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Wie höre ich auf meine innere Stimme?

Oft fällt es uns schwer, bei wichtigen Entscheidungen oder der Suche nach Problemlösungen, unserer inneren Stimme - der des Unterbewussten - zu vertrauen. Der Grund ist oft unser Verstand, der uns mit Informationen und Fakten einerseits helfen will, doch damit in noch größere Unklarheit katapultiert. Nicht selten machen viele von uns die Erfahrung, dass erst wenn unser Verstand müde wird und wir das Problem loslassen, sich Lösungsmöglichkeiten einstellen. Dies äußert sich zumeist sprunghaft - vom Problem ohne Umwege zur Lösung.

 

Damit bin ich bei einer wichtigen Voraussetzung angelangt, die uns Zugang zur unserer inneren Stimme verschafft: das Problem loslassen und sich in eine entspannte, gelassene Haltung - in ein liebevolles Bewusstsein der Gegenwart - versetzen.

Im Ergebnis der unbewussten Informationsverarbeitung stellen sich zumeist spontane Ideen, Gefühle oder Entscheidungen ein. Prüfen kann man diese ersten Zeichen mit dem eigenen inneren Gefühl. Empfinde ich dabei z.B. Freude, Zuversicht und Tatendrang? Fühlt es sich im Einklang mit mir, in meinem höchsten Sinne an? Wenn ja, dann bin ich, dann sind wir, auf dem richtigen Weg.

 

Oder löst der Gedanke bei mir eher ein Unwohlsein im Magen oder eine Art "Kloß im Hals" aus. Diese negativen Gefühle deuten insbesondere darauf hin, dass diese Entscheidung nicht mit unserer inneren Stimme übereinstimmt. Darüber hinaus können wir beobachten, in welchen Situationen oder bei welchen Menschen sich diese negativen Körperempfindungen einstellen, um z.B. ungelösten Konflikten auf die Spur zu kommen.

 

Schon gewusst?

Unser unbewusster Teil des Gehirns verarbeitet Informationen 300.000 mal schneller als unser Bewusstsein. Damit ist unser Gefühl der beste Wegweiser für erfolgreiche Entscheidungen. 

 

Zum Nachdenken:

Ich kann mich noch gut erinnern, in der Bewerbungsphase nach dem Studium analytische und strategische Fähigkeiten besonderes positiv hervorgehoben zu haben – weil es so gelernt und gesellschaftlich einfach gefordert ist. Ich hätte nie mein Bauchgefühl, meine innere Stimme als Fähigkeit beschrieben.

 

Damit besitzt die Analyse in unserer vernunftfixierten Gesellschaft deutlichen Vorrang gegenüber unserer Intuition. Physiologisch betrachtet hat unser Neokortex als Sitz von Vernunft und Verstand über einen Entwicklungszeitraum von tausenden von Jahren auch an Volumen zugenommen. Damit ist die einstmalige Balance zum Limbischen System weitestgehend aufgehoben.

Doch sind wir dadurch glücklicher geworden? Der von der Statista im April veröffentlichte Artikel „Depression: Auf dem Weg zur Volkskrankheit?“ ist für mich ein Spiegel dieser Entwicklung.

 

Umso wichtiger scheint das Training unserer inneren Stimme, unseres Bauchgefühls für eine ganzheitliche Wahrnehmung unserer Welt. Denn alles was wir intuitiv begreifen, ohne unseren rationalen Verstand zu bemühen, stellt eine Verbindung zur Seele mit ihrer eigenen Intelligenz und Urteilskraft dar.

7 Schritte, die Deine innere Stimme stärken

  1. nimm eine bequeme sitzende Haltung ein und stell innerlich eine Frage, die Deine innere Stimme beantworten soll
  2. lass nun die Frage los und werde ruhig
  3. atme nun 4 mal im folgenden Rhythmus: 4 Zählzeiten durch die Nase einatmen, 4  halten und 7 Zählzeiten durch den Mund ausatmen
  4. danach nimm einfach Dein Ein- und Ausatmen wahr 
  5. beobachte Deine Gedanken und lass sie weiterziehen
  6. schreibe nun nach der Übung alle Antworten auf, die Dir zu Deiner gestellten Frage einfallen
  7. kreise anschließend diejenigen ein, die sich innerlich gut anfühlen und gehe diesen nach...schaue, wohin es Dich führt :)

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